Woche 4/13 oder: Ein Flug wäre günstiger als ein Arztbesuch.

26April2016

Diese Woche beginnt, wie sie enden wird: mit Schmerzen und einer Menge Geld.

Schon die letzte Woche plagten mich leichte Schmerzen in der Nierengegend. Nichts besonderes, das habe ich öfter mal. Durch eine Fehlbildung der Nieren habe ich seit Geburt 2 Nierenbecken in jeder Niere, wodurch die einzelnen Abläufe einfach enger sind als normal. Das leichte ziehen oder stechen geht meist wieder von allein weg und stört mich meistens gar nicht. Es ist eher so, als würde man sich ein Haar ausreißen. Ziept und ist schnell vorbei.

Nun kamen aber leider Kopfschmerzen hinzu. Mein Alarmsignal dies etwas besser zu beobachten. Ausserdem kommt es mir im Kopf vor, als würde alles Schwimmen. Meist morgens, nach dem Aufstehen, ging es los und verschwindet über den Tag. Warum das so ist erkläre ich am Ende.

Zum Freitag hin merkte ich schon, dass es nicht besser wird, Sonntag Abend bin ich dann in die Notaufnahme um nach 3 h warten zu sagen, dass ich nur ein paar Schmerzmittel will und dann lieber wieder nach Hause gehe um mich hinzulegen. Wer noch nicht krank genug ist, wird es spätestens während der langen Wartezeit im Krankenhaus.

Für Dienstag bekam ich dann bei einem Arzt in Antwerpen einen Termin. Meist arbeiten die Ärzte hier ohne weitere Mitarbeiter, sie nehmen die Telefongespräche während der Behandlung selbst entgegen, machen Termine oder werten Befunde aus. Sie nehmen auch selbst Blut ab, was in Deutschland meist von ausgebildeten Personal gemacht wird. Zum Glück fand ich eine Gemeinschaftspraxis hier in meiner Nähe und konnte an einer Rezeption einen Termin ausmachen. 

Dienstag, also heute, war ich pünktlich um 8:30 Uhr in der Praxis. Man muss am Einlass klingeln und dann wird einem die elektrische Tür geöffnet - praktisch wie bei uns in Deutschland die Hauseingänge mit einer Gegensprechanlage geöffnet werden können. Leider öffnete niemand foot-in-mouth Die Ärztin kam nämlich erst um 9 Uhr zur Arbeit....

In Belgien geht man immer zuerst zu einem Hausarzt (ausgenommen Zahnärzte). Der überweist einen dann weiter an die richtige Stelle. Ich habe von Fällen gelesen, in denen die Versicherung nicht bezahlen wollte, weil die betroffenen Personen gleich zum Facharzt gegangen sind. Die Mobility-Managerin hier in Antwerpen hat mir einige Namen von Ärzten geschickt, allesamt Hausärzte, an die ich mich wenden soll. Also wird schon etwas dran sein.

Die Ärzte hier sprechen fast alle sehr gutes Englisch, da, anders als im faulen Deutschland, das Studium z.T. oder ganz in Englisch stattfindet, bzw. ein Auslandssemester in GB oder den USA dazu gehören. 

Die Hausärztin überwies mich dann an die Radilogie im Krankenhaus für die bildgebende Diagnostik, anschließend musste ich wieder zu ihr zurück um die Befunde auszuwerten. Letztendlich bin ich mit Schmerzmitteln nach Hause gegangen. Grob gerechnet hat mich das 115 € gekostet. Am Freitag muss ich noch einmal zur Radiologie zur Kontrolle, danach wieder zur Auswertung zur Ärztin zum "Mal gucken, ob das von allein wieder weg geht.".

Was kostet mich das alles ganz genau? (Richtwerte! Die Preise im Krankenhaus unterscheiden sich enorm, je nachdem, was der Arzt alles machen muss! Allerdings kann man euch recht gut Auskunft an der Anmeldung geben.)

Arzt (Überweisung):   24,50 €
Krankenhaus Radiologie: 52,82 €
Arzt (Auswertung): 24,50 €
Schmerzmittel Apotheke: 8,43 €
Fahrtkosten: 2,80
Gesamt: 113,05 €

 

Noch hinzu kommen die Fahrtkosten. Normaler Weise hätte ich laufen können, das ging unter Schmerzen leider nur schlecht, ausserdem hat es heute Vormittag fürchterlich gehagelt. Mit meiner 10-Fahrten-Karte kostet mich die Fahrt für 1 h 1,40 €. Da beim Arzt alles recht schnell ging konnte ich zum Arzt mit einer Fahrt hin und zurück fahren. Das Krankenhaus ist direkt gegenüber meiner Wohnung, also zu Fuß zu erreichen.   

Zum Vergleich: Ein Flug nach Berlin(Tegel) und zurück nach Antwerpen mit Jetairfly hätte mich insgesamt (mit Fahrkosten zum Flughafen und zurück) knapp 68 € gekostet und ich hätte jetzt keinen Aufwand die Abrechnung für die Versicherung zu machen.

Das Problem mit den Nieren: Die Nieren filtern Gift- und Abfallstoffe aus dem Blut und reinigen es. Diese Stoffe werden dann normaler Weise in die Blase abgeleitet und ausgeschieden. Geschieht das nicht, so wie bei mir, sondern wird in der Niere zurückbehalten, filtert die Niere nicht mehr weiter. Dabei bleiben leider die Stoffe, die der Körper eigentlich loswerden will und muss, im Körper. Das führt zu Vergiftungserscheinungen im Körper, was u.a. die Kopfschmerzen und dieses "schwimmen" im Kopf auslöst. Die Kopfschmerzen grade am Morgen kommen einfach daher, dass man normaler Weise nachts nicht auf Toilette geht, der Urin wird also in der Blase gesammelt und konzentriert und in meinem Fall erst gar nicht aus der Niere weiter geleitet. 

Für jeden der neuen Praktikanten, die nach mir ins Auslandssemester gehen: Legt euch eine Krankheits-Liste an! Wichtig ist dabei, dass ihr eure Allergien (bei mir z.B. Penicillin) aufschreibt, Vorerkrankungen bei denen möglich ist, dass ihr sie noch einmal bekommt und dazu kurz aufschreibt, was der Befund des Arztes war und welche Medikamente ihr bekommen habt. Übersetzt euch mit einem Wörterbuch die wichtigsten Wörter bzw. medizinische Begriffe und schreibt sie mit auf die Liste. Für die Ärzte ist es Gold wert. Das erste und zugleich auch letzte Mal hatte ich das Problem mit meinen Nieren vor 5 Jahren und gerechnet habe ich defintiv nicht damit, dass es ausgerechnet jetzt auftritt. 

Nun bin ich erst einmal bis zum Wochenende krank geschrieben, trinke viel Tee und liege im warmen Bett. Durch die Schmerzmittel wird mir leider schlecht, sodass ich mir über das Essen einkaufen und zubereiten eh keine Gedanken machen muss.

*Update: Ich wurde zum CT überwiesen. Das sollte mich knapp 300 € kosten. Die Ärztin war zum Glück eine Berlinerin, die mir in Deutsch natürlich ausführlicher die Behandlung erklären konnte. Leider würde es nicht bei dem CT bleiben. Sie meinte, dass ich wenigstens noch einmal zur Kontrolle kommen müsste. Jedes Mal brauche ich eine Überweisung von der Hausärztin und jedes Mal muss ich auch zu ihr zurück, um die Ergebnisse auswerten zu lassen. Das kostet also jedes Mal eine Menge Geld. 

Am Ende meines Auslandsaufenthaltes, also im Juli, werde ich mal eine Kostenaufstellung aller angefallen Kosten online stellen, um euch einen Überblick zu geben, mit welchen Kosten ihr dann im Ausland so zu rechnen habt, falls es euch nach Belgien ziehen sollte.

Woche 3/13 oder: Und was macht ihr so auf Arbeit?

22April2016

Die Exceltabellen verfolgen mich auch weiterhin. Zurzeit 3 Ratesheets (Auswertung der Preise verschiedener Angebote von Schiffahrtsgesellschaften) und ein eine Tabelle für Bestelleingänge.

Am Montag arbeitete ich den ganzen Tag an den Funktionen von einem Excel-Sheet. Zum Schluss war eine Funktion so lang, dass ich sie im Word schreiben musste, um den Überblick nicht zu verlieren undecided

Dienstag bekam ich dann schon einmal einen Vorgeschmack auf die restliche Zeit meines Praktikums. Am Sonntag, d. 15.05.2016, soll ein DSSC Scooter Sprint Race hier in Antwerpen stattfinden. Natürlich nennt es sich dann "B(elgium)SSC". Meine Aufgabe soll es sein, danach eine Promotion-Video für das nächste Jahr zu erstellen, welches dann zu gegebener Zeit im Social Media geteilt und verbreitet werden soll. Alles natürlich mit dem Hintergrund, dass die Firma "European Special Beers" und vertretene Marken wie z.B. "28 Black" als Sponsor zu erkennen ist. Also heißt es für mich: Programme durchforsten um das günstigste und natürlich beste Programm zum Schneiden von Filmen zu finden.

Mittwoch: Noch ein Ratesheet. Ich geh kaputt. Mir tuen schon die Augen und dadurch auch der Kopf weh von den vielen, kleinen schwarzen Zahlen auf weißem Grund. Mein Excel streikte schon nach kurzer Zeit, weil es anscheinend, wie ich, keine Lust mehr hatte. Ausserdem ist heute die dritte Mitarbeiterin hier im Büro, sodass ich nicht mal einen dieser bescheidenen Bürostühle zum sitzen, sondern einen zwar gut aussehenden aber für den Rücken echt unmöglichen Besucherstuhl habe. Ich weiß nicht ob wir im Öffentlichen Dienst von höhenverstellbaren Tischen, einstellbaren Stühlen und verstellbaren Monitoren so verwöhnt sind, was ich aber weiß ist, dass mir mein Nacken vom ständigen herunter (auf den Bildschirm) gucken und mein Rücken von diesen zwar toll aussehenden aber total unergonomischen Designerstühlen weh tuen. Um 13 Uhr sehnte ich bereits den Feierabend herbei, einfach nur um zu Hause nicht 8 Stunden in dieser Zwangshaltung sitzen zu müssen. Um 15 Uhr tat mir einfach alles weh, sodass ich kaum noch sitzen konnte. Die Zahlen der Tabellen, die ich verarbeiten sollte, wurde immer Kleiner, die Handschrift vom Chef konnte ich nicht lesen. Und noch schlimmer: Während ich diesen Text hier schrieb, vergingen grade einmal 10 Minuten cry Nein. Mittwoch war kein schöner Tag!

Der Donnerstag sollte damit starten, dass ich einen neuen Kunden anwerben sollte. Bitte was?Mein Business-Englisch ist einfach mal gleich 0. Weiterhin ist es einfach nicht mein Business. Viele fachspezifische Worte sind mir gar nicht geläufig, die ich für ein Gespräch allerdings bräuchte. Ich kann Sachen vielleicht gut an Personen verkaufen, die mir gegenüber stehen - darin habe ich immerhin schon Erfahrung -  aber am Telefon über Sachen zu reden, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe, weder Bier noch Transport in der Schiffahrt - Hilfe! 

Donnerstagabend war wirklich toll. Ich saß mit 2 meiner Mitbewohner in der Küche zum Abendbrot als sich das Phantom, unser 4. Mitbewohner Yonghan, endlich einmal zeigte. Und, wie lustig, er kam grade aus Berlin. Es ist wirklich schön, wenn auch anstrengend die ganze Zeit Englisch zu reden, da einem geläufige Worte fehlen, einfach mal über belanglose Sachen am Abend zu quatschen.

Freitag war alles wie immer. Exceltabellen, die ich mit Zahlen füttern durfte. Ich bin jetzt, glaube ich, Experte was Excel angeht. Die Funktionen kann ich nun fast im Schlaf. Weiterhin ist grade meine Aufgabe, dass ich Flyer entwerfen darf. Darauf kommt jeweils immer die Abbildung einer Biersorte und ein paar Informationen zum Geschmack und Besonderheiten hinzu. Keine Angst, ich koste die Biersorten nun nicht alle durch um sagen zu können, wonach diese schmeckt. Dennoch gibt es hier hin und wieder mal eine Kostprobe mit nach Hause. Zum Glück vertritt ESB nicht nur kleine belgische Brauereien, sondern auch den Energiedrink 28 Black.

"little tour and meeting" oder: Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.

17April2016

"little tour and meeting" - So lautete die Überschrift der E-Mail von Zahra. Sie ist die Kontaktperson, die mir über das Xarxa-Programm einen Praktikumsplatz und die Wohnung vermittelt hat. Das finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, denn man hat hier vor Ort direkt eine Ansprechpartnerin, die sich sofort kümmert, sollte mal irgendetwas sein. 

Zusammen mit der neuen Mitbewohnerin Monica aus Barcelona wollten wir heute eine kleine Tour durch die Altstadt von Antwerpen machen. Zahra ist eine kleine, zierliche, junggebliebene Frau, ursprünglich aus Marokko, die uns gleich mit einer Umarmung begrüßte. Sie ist eine sehr herzliche Person, mit der man sich sofort wohl fühl und glaubt, man würde sich schon seit Jahren kennen.

Und dann ging es auf flinken Füßen schon gleich los, quer durch die Altstadt, vorbei an etlichen Geschäften, Szenecafés, Marktständen... es war viel, sehr viel. Nun kenne ich aber so ziemlich jedes gute und recht günstige Geschäft in meiner Nähe smile Zeitweise redeten wir, auch mit Fremden, unterwegs einen Mix aus Französisch, Deutsch, Englisch und Niederländisch, da es manchmal keine richtige Übersetzung für manche Dinge gab oder einem grade nicht das entsprechende Wort eingefallen ist. 

Dann kamen wir mitten ins Treiben des 10 Meilen Marathons hinein, wobei ich in ein Gespräch mit einem etwas aufdringlichen Mann (um die 30) der mich die ganze Zeit vollquasselte und Anschluss suchte, geriet: Er hat nichts gegen Ausländer, möchte sie aber nicht so gern in seinem Land haben. Ich sagte zu ihm, dass das schon ok ist und ich im Juli das Land wieder verlasse...

Sein Gesicht in dem Moment: unbezahlbar.

Da Monica nicht die ganze Zeit mit uns unterwegs war und Zahra irgendwann nicht mehr laufen konnte, lud sie mich zu sich nach Hause auf einen Kaffee und etwas zu Essen ein (ich habe keine Ahnung wie es hies, es war mit Schafskäse gefüllt). Wir redeten über Gott und die Welt, sie erzählte mir auch viele persönliche Dinge. Es war ein sehr angenehmes Gespräch auf Englisch, da Englisch genauso wenig Zahras Muttersprache ist, wie meine, sodass man einfach keine Hemmungen haben muss zu reden. Man versteht sich einfach.

Bilder folgen noch...

Woche 2/13 oder: Verdammt nochmal, ich habe Halsschmerzen!

15April2016

Am Wochenende habe ich das wunderschöne sonnige Wetter genutzt um etwas bummeln und spazieren zu gehen. Ich war in der Mejr-Shopping-Straße, in der es, neben einfach mal sauteuren Geschäft, wunderhübsche Gebäude zu sehen gibt. Man bekommt einen steifen Hals, wenn man die ganze Zeit nach oben schaut um jedes kleine Detail an der Fassade mancher Häuser erkennen zu können. Antwerpen ist leider ein sehr teures Pflaster. In den letzten 2 Wochen habe ich mich hauptsächlich von Brot und Käse und Nudeln und Pesto ernährt. Gemüse ist manchmal auch günstig zu bekommen - man muss eben öfter einmal stöbern und einfach Glück haben.

Noch ein kleiner Nachteil: das Haus, in dem ich wohne, hat keine Waschmaschine! Das Waschcenter ist relativ nahe, vllt 2 Minuten zu Fuß, kostet aber ab 7,50 € pro Wäsche aufwärts! Ich, als vermutlich verwöhnte Mama, habe einfach mal jeden Tag zu Hause eine Waschmaschine voll. Hier heißt es: back to the roots - mit Seife wird per Hand gewaschen. Ja, mit Seife. Waschmittel kostet hier, selbst bei Lidl, 9 € im Angebot surprised

Am Dienstag hatten wir auf Arbeit eine Harvarie. Auf dem Schild steht: "Wegen Überschwemmung Aufzüge nicht in Betrieb" - das konnte ich in dem Moment aber nicht übersetzen, denn soweit reicht mein Niederländisch noch nicht. Irgendwas mit Wasser eben. Ok, das Problem für war, dass das Gebäude sonst recht stark mit Klingel und Videotelefonie, elektrischen Türen unten, sowie auf jeder Etage gesichert ist. Im Gebäude war an dem Morgen aber alles dunkel, der Strom war aus und ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte oder wohin ich gehen muss. Gott sei Dank kam ein netter Mitarbeiter, der mir schon am ersten Tag wunderbar geholfen hat, eben auch in dem Moment zur Arbeit und zeigte mir, wo der Treppenaufgang ist und leuchtete mir auf dem dunkeln Gang mit seinem Handy den Weg. Man könnte meinen, es wäre schon wieder ein Montag gewesen....


Meine Aufgabe auf Arbeit ist auch weiterhin diese Exceltabelle. Das tolle hierbei: Am Montag rief mich mein Chef an um mir zu erklären, wie er es eigentlich haben wollte. Mein Kollege konnte es mir nicht so richtig rüber bringen, was ich machen soll und sagte immer nur, die Tabelle wäre so ok, wenn er mal drüber schaute.

Ok, also nochmal alles auf Anfang! Linie 4 - 4000 gelöscht. So! undecided Ich habe nun im Laufe der Woche diese Tabelle angefertigt und soweit mit Formeln hinterlegt, wie es ging. Ich habe keine Ahnung wie weit hier die Kenntnisse mit MS Office reichen, aber mein Chef stellt sich die Sachen ganz schön einfach vor. Im Import und Export wird oft mit verschiedenen Währungen gearbeitet, selbst die Zuschläge zum Nettopreis variieren. Es kann also sein, dass der Nettopreis der Container in € angegeben ist, die Zuschläge z.B. für Kraftstoffe oder Kriegsgebiete meist in $ angegeben sind. Manchmal muss er den Kunden den All-In Preis in $, manchmal in € angeben. Und das ist der Punkt: es wird, wenn überhaupt, eine riesig lange verschachtelte WENN-Funktion. Spannend, ne? 

Seit den 2 Wochen, die ich nun schon hier bin, lerne ich über die Internetplattform "Babbel" fleißig Niederländisch. An sich ist es gar nicht so schwer - wer Englisch und Deutsch kann, hat es recht leicht. Mein Problem: Die Aussprache! Das >g< wird hier als >ch< wie im deutschen Wort "Krach" ausgeprochen. Sprecht nun bitte 20 x "Krach" hintereinander aus! Und? Kratzt schön im Hals? Nunja, ich habe deswegen schon richtig doll Halsschmerzen.

Für heute habe ich noch ein wenig Arbeit mit nach Hause genommen: ein belgisches Bier namens Jupiler. Ich sollte es wenigstens einmal kosten, wenn die Firma, in der ich arbeite, das doch exportiert.

Morgen kommt eine neue Praktikantin aus Barcelona an, die mit uns in der Wohnung wohnen wird. Zusammen mit Frau Tahri von der Stadtverwaltung, die die Praktikanten des Xarxa-Programmes betreut, werden wir am Sonntag die Innenstadt erkunden. Ich hoffe doch sehr, dass Sie daran denkt, dass am Sonntag in Antwerpen der 10 Meilen Marathon statt findet. Das heißt zur gegenwärtigen Zeit: jede Menge Menschen und ein Großaufgebot an Polizei und Militär! 

Woche 1/13 oder: Was mache ich hier eigentlich?

07April2016

Die erste Woche verging zum Glück recht schnell auch wenn sie noch nicht ganz rum ist. Ich habe jetzt schon wahnsinniges Heimweh nach meiner kleinen Tochter und meinem Mann. 

Nach meinem nervenaufreibenden Start am Montag verlief die Woche zum Glück ganz normal. Nunja, etwas normaler mit vernünftiger Arbeit wäre schon toll. Meine Aufgabe seit Montag ist es, in eine Exceltabelle Zahlen einzutragen. Mittlerweile bin ich in Excel bei Zeile 3200. Der Sinn der Aufgabe ist es, dass man mit wenigen Klicks die günstigsten Anbieter für den Import und Export bestimmen kann. 

Heute, am Donnerstag, war ich am Vormittag bereits mit den Daten fertig. Und zwar mit allen, die ich eigentlich in 2 Wochen hätte bearbeiten sollen. Meinem Kollegen war es ein wenig peinlich, dass er mir nichts mehr geben konnte. Ich bin mir nicht sicher, was Leute denken, wie lange man für eine Exceltabelle braucht. Sicher aber kennen meine Kollegen nicht alle Funktionen von Excel, zumal mir zum Ausrechnen von Summen ein Taschenrechner hingelegt wurde...

Ok, zum Glück habe ich meinen Onlinekurs Niederländisch ja immer dabei - den konnte ich dann heute während der Arbeitszeit machen und werde ihn wohl morgen fortsetzen.

Heute bin ich noch in ein anderes Zimmer umgezogen. Durch den Regen der letzten Tage löste sich in meinem Zimmer die Tapete. Dass da ein großer Wasserfleck an der Wand war, hat man gesehen. Da waren auch schon einige schwarze Schimmelflecken dran. Hinter der abgelösten Tapete kam dann aber das ganze Ausmaß des Schimmelbefalls zum Vorschein: Alles schwarz. Also hieß es dort ganz schnell rauszukommen. Die Vermieterin ließ mir den Schlüssel zu einem anderen Zimmer in meinem Zimmer liegen, da Sie es nur während meiner Arbeitszeit her schaffte. Nun bin ich eine Etage höher gezogen, trotz der komischen Treppe.

Prompt lernte ich auch einen Mitbewohner kennen, der seit kurzem aus seinen Ferien zurück ist. Peter aus Amsterdam, der mich sofort mit Fragen löcherte, mich vollquasselte und mir freundlicher Weise beim Koffer tragen seine Hilfe anbot. Alles auf Englisch versteht sich. Ich habe jetzt einen tollen Ausblick über einige Dächer hinweg.      

Wasserfleck. Den schwarzen Schimmel dahinter zeige ich lieber nicht. Ausblick aus meinem neuen Zimmer Ausblick aus meinem neuen Zimmer Die Herren werden wohl noch länger ihren Dienst hier verrichten. Wollen wir hoffen, dass sie ihre Waffen nie einsetzen müssen. Direkt neben meiner Arbeitsstelle habe ich heute einen Lidl entdeckt. Wo kommt der nur so plötzlich her?

Am Wochenende werde ich mir bei schönem Wetter wohl mal ein Fahrrad ausleihen. Bei Velo bekommt man sehr günstig ein Fahrrad. Leider muss man sich für eine Jahreskarte, die sich schon bei gut 4 Wochen Nutzung lohnt, auf eine Warteliste setzen lassen. Die Jahreskarte kostet nur 37 € und lohnt sich noch eher als eine Fahrkarte für die Öffentlichen Verkehrsmittel.

Velo-Fahrradstation

P.S.: Am Freitag habe ich noch ein paar Listen ca. eine Stunde vor Schluss bekommen. Die kann ich nun am Montag fertig machen. Am 18.04. ist der Chef spätestens aus seinem Urlaub zurück und ich hoffe, dass ich dann noch ein paar andere Aufgaben bekommen werde. An diesem Wochenende habe ich so viel mit der Landlady (die Vermieterin), meinem Mitbewohner und seiner Freundin in Englisch gesprochen, wie die ganze Woche auf Arbeit nicht. Der Kollege auf Arbeit ist wirklich nett aber viel gesprochen hat er bisher nicht mit mir. Das muss sich unbedingt ändern, immerhin will ich ja eigentlich mein Englisch verbessern, Excel kann ich schon.

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